Ob eine Maschine technisch nachrüstbar ist, wird unter Lademagazin nachrüsten Punkt für Punkt geprüft. Hier geht es um die Frage davor: Ist die Nachrüstung im konkreten Fall die richtige Investition?
Wo der Nutzen entsteht
Ein Stangenlader spart keine Zerspanzeit. Er ersetzt das manuelle Nachlegen und verlängert damit die Zeit, in der die Maschine ohne Bediener läuft. Der Nutzen entsteht also nicht an der Maschine, sondern in der Personalplanung.
- Mannlose Laufzeit: Die Maschine arbeitet mehrere Stangen ohne Eingriff ab.
- Mehrmaschinenbedienung: Ein Bediener kann mehr Maschinen betreuen.
- Planbarkeit: Der Zeitpunkt des Nachlegens ist bekannt, nicht zufällig.
- Gleichmäßigkeit: Der Zuführvorgang ist reproduzierbar, nicht handabhängig.
Wann sich die Nachrüstung rechnet
Eine belastbare Rechnung braucht die eigenen Zahlen. Die Größen, die sie bestimmen, sind aber überall dieselben.
| Größe | Warum sie zählt |
|---|---|
| Werkstücklänge und Zerspanzeit je Teil | Bestimmt, wie viele Teile aus einer Stange kommen und wie lange sie reicht. |
| Zeit für das manuelle Nachlegen heute | Der Anteil, der tatsächlich entfällt. |
| Häufigkeit des Nachlegens je Schicht | Multipliziert den Zeitanteil. |
| Losgrößen und Häufigkeit von Durchmesserwechseln | Gegenrechnung: Rüstzeit am Magazin kommt hinzu. |
| Reststückverlust | Materialkosten, die vorher nicht anfielen. Siehe Reststück. |
Wann sie sich nicht lohnt
- Sehr kleine Lose mit ständigem Durchmesserwechsel: Die Rüstzeit am Magazin frisst den Gewinn auf.
- Teure Werkstoffe bei kurzen Stangen: Der Reststückanteil kann den Zeitgewinn übersteigen.
- Maschinen ohne freie Signale in der Steuerung: Der Aufwand für die Anbindung ist dann schwer kalkulierbar.
- Maschinen mit ohnehin knapper Restlaufzeit: Die Investition bindet sich an ein Betriebsmittel mit kurzer Perspektive.
Varianten der Nachrüstung
- Langstangenmagazin
- Der Standardfall bei ausreichend Platz und Serienfertigung. Siehe Langstangenlader.
- Kurzstangenlader
- Wenn der Platz hinter der Maschine begrenzt ist oder große Durchmesser gefahren werden. Siehe Kurzstangenlader.
- Automatische Durchmesseranpassung
- Sinnvoll bei häufigem Durchmesserwechsel; spart Rüstzeit statt Bedienzeit.
Was vor der Anfrage geklärt sein sollte
Mit diesen Angaben lässt sich eine Anfrage sinnvoll bearbeiten – ohne sie folgen mehrere Rückfragerunden.
- Maschinentyp, Baujahr, Steuerung
- nutzbarer Spindeldurchlass mit eingebautem Spannmittel
- kleinster und größter Stangendurchmesser, Materialform
- gewünschte Stangenlänge und verfügbare Länge hinter der Maschine
- freie Signale in der Steuerung und Zuständigkeit für Änderungen
- typische Losgrößen und Wechselhäufigkeit
Der vollständige technische Prüfweg steht unter Lademagazin nachrüsten.
Häufige Fragen
Woran scheitert eine Nachrüstung am häufigsten?
An fehlendem Spindeldurchlass, an zu wenig Platz hinter der Maschine für die Magazinlänge und an einer Steuerung, die keine geeignete Schnittstelle bietet. Alle drei Punkte lassen sich vor der Anfrage klären.
Wie viel Platz braucht ein Lademagazin?
Mindestens die Stangenlänge plus Vorschubweg hinter der Maschine, zuzüglich Bedien- und Wartungsraum an der Beschickungsseite. Bei 3.200-mm-Stangen ist der Flächenbedarf entsprechend größer als bei einem Kurzstangenlader.
Muss die Drehmaschine für den Anbau verändert werden?
In der Regel sind eine Ausrichtvorrichtung auf die Spindelachse, ein Signalanschluss und je nach Maschine ein Spindelrohr oder Reduzierrohr erforderlich. Ob Eingriffe in die Maschine nötig sind, entscheidet der Einzelfall – das ist mit Maschinen- und Magazinhersteller zu klären.