Lademagazin

Lademagazin für Kurzdreher

Am Kurzdrehautomaten steht die Spindel fest, das Werkzeug fährt. Die Materialstange ragt dabei mit wachsendem Überstand aus der Spannzange – und dieser Überstand bestimmt, was an Drehzahl noch möglich ist.

Kurzdrehautomaten – auch Futterautomaten oder Maschinen mit festem Spindelstock – decken den mittleren und großen Durchmesserbereich ab. Die Anforderung an die Zuführung verschiebt sich damit von der Feinführung dünner Stangen hin zur Beherrschung großer Massen.

Was den Kurzdreher auszeichnet

Der Spindelstock steht fest; die Z-Bewegung übernimmt das Werkzeug. Die Materialstange wird in der Spannzange gespannt und ragt um die Werkstücklänge zuzüglich Abstechzugabe heraus.

Anders als beim Langdreher gibt es keine Führungsbüchse unmittelbar an der Zerspanstelle. Der freie Überstand wird also nicht abgestützt – was bei kurzen Teilen unproblematisch ist, bei längeren Überständen aber die Drehzahl begrenzt.

Langdreher: der Spindelstock fährtZ-BewegungFührungsbüchseZerspanung dicht an der Führung, kurze freie LängeKurzdreher: das Werkzeug fährtSpannzangeZ-BewegungStange steht fest gespannt, freie Länge wächst mit dem Überstand
Beim Kurzdreher steht die Spindel fest; der freie Überstand wächst mit der Werkstücklänge.

Folge für die Zuführung: Dämpfung im Kanal

Der Teil der Stange, der noch im Magazin liegt, ist oft mehrere Meter lang und rotiert mit voller Spindeldrehzahl. Bei großen Durchmessern ist das eine erhebliche rotierende Masse. Ohne wirksame Dämpfung im Führungskanal wäre sie nicht beherrschbar.

Deshalb sind Magazine für den mittleren und großen Durchmesserbereich regelmäßig mit ölgefluteten Führungskanälen ausgeführt: Der Ölfilm zwischen Führungsschale und Stange dämpft, schmiert und führt Wärme ab. Mehr unter Ölflutung bei Lademagazinen.

Querschnitt FührungskanalKanalgehäuseFührungsschale, wechselbarÖlspaltMaterialstange
Ölgefluteter Führungskanal: Der Film im Spalt dämpft die rotierende Stange.

Große Durchmesser, größere Führungseinsätze

Mit dem Durchmesser wächst auch der Aufwand beim Rüsten: Führungseinsätze werden schwerer, und der Wechsel dauert länger. Ausführungen mit werkzeuglos wechselbaren Einsätzen verkürzen diesen Vorgang; Bauarten mit automatischer Durchmesseranpassung verstellen die Führungsgeometrie über die Steuerung, sodass innerhalb des angegebenen Bereichs kein Umrüsten des Kanals nötig ist.

Überstand, Drehzahl und Oberfläche

Bei wachsendem Überstand sinkt die Drehzahl, bei der das Werkstück noch ruhig läuft. Das ist eine Eigenschaft der Maschine und des Werkstücks, nicht des Magazins – das Magazin kann sie nicht ausgleichen, wohl aber verschlechtern, wenn die Führung im Kanal nicht stimmt.

Wenn Rattermarken auftreten, lohnt es sich deshalb, beide Seiten getrennt zu prüfen: erst den Überstand und die Zerspanparameter, dann Führungseinsatz und Ölversorgung. Vorgehen unter Vibrationen beim Stangendrehen vermeiden.

Auswahl in der Praxis

  1. Nutzbaren Spindeldurchlass ermitteln – nicht den Katalogwert, sondern den freien Querschnitt mit Spannrohr und Spannzange.
  2. Größten und kleinsten vorkommenden Stangendurchmesser festlegen.
  3. Stangenlänge nach Platzangebot und gewünschter Wechselhäufigkeit wählen.
  4. Prüfen, ob der Führungskanal ölgeflutet ausgeführt ist – bei höheren Drehzahlen relevant.
  5. Rüstkonzept festlegen: manueller Einsatzwechsel, werkzeuglos oder automatisch.

Passende Baureihen mit geprüften Daten stehen unter Lademagazine von FMB. Zur Abgrenzung siehe Lademagazin für Langdreher.