Wie Stangenlader und Maschine im Betrieb zusammenarbeiten, steht unter Stangenlader an der CNC-Drehmaschine. Diese Seite beantwortet die Frage davor: Kommt die Maschine dafür überhaupt in Frage?
Die eine harte Voraussetzung
Die Materialstange wird von hinten durch die Hauptspindel geschoben. Eine durchgehende Spindelbohrung ist deshalb zwingend. Ohne sie ist Stangenbearbeitung ausgeschlossen – Futtermaschinen ohne Durchlass scheiden aus.
Ist die Bohrung vorhanden, entscheidet ihr nutzbarer Querschnitt über den Stangendurchmesser. Und der ist regelmäßig kleiner als der Katalogwert. Siehe Spindeldurchlass einer CNC-Drehmaschine.
Maschinenbauarten im Überblick
| Bauart | Für Stangenlader geeignet | Anmerkung |
|---|---|---|
| Langdrehautomat | ja, konstruktiv darauf ausgelegt | Zuführung ist Bestandteil des Konzepts; siehe Langdreher |
| Kurzdrehautomat / Futterautomat mit Durchlass | ja | Standardfall der Stangenbearbeitung; siehe Kurzdreher |
| CNC-Drehmaschine mit Hohlspindel | ja, sofern Schnittstelle vorhanden | Prüfung von Durchlass, Platz und Steuerung nötig |
| Futtermaschine ohne Spindeldurchlass | nein | Stangenbearbeitung nicht möglich |
| Vertikaldrehmaschine | in der Regel nein | Bauart und Materialführung passen nicht zum Stangenprinzip |
Merkmale, die den Ausschlag geben
- Spindeldurchlass und Spannmittel
- Bestimmen gemeinsam den größten fahrbaren Stangendurchmesser. Der Wert mit eingebautem Spannrohr zählt, nicht der Katalogwert.
- Freie Länge hinter der Maschine
- Mindestens Stangenlänge plus Vorschubweg. Reicht sie nicht, kommt nur ein Kurzstangenlader in Frage.
- Signalschnittstelle
- Die Steuerung muss Vorschubanforderung, Rückmeldung und Stangenendemeldung verarbeiten können.
- Abstechvorrichtung
- Die Maschine muss das Werkstück sicher abtrennen können – Grundlage für den Zyklus.
- Teileabfuhr
- Bei mannlosem Betrieb muss auch das fertige Teil ohne Eingriff abgeführt werden.
Bestandsmaschine oder Neubeschaffung
Bei einer Neumaschine ist die Magazinkopplung meist ab Werk vorgesehen und die Auslegung Teil des Angebots. Im Bestand kommt die Prüfung des Ist-Zustands hinzu: Zustand der Spindelbohrung, vorhandene Reduzierrohre, Dokumentation der Steuerung und Ausrichtmöglichkeit.
Der vollständige Prüfweg für Bestandsmaschinen steht unter Lademagazin nachrüsten; die wirtschaftliche Abwägung unter Stangenlader nachrüsten.
Wenn die Maschine nicht in Frage kommt
Fehlt der Spindeldurchlass, bleibt die Stangenbearbeitung ausgeschlossen. Für die Automatisierung solcher Maschinen kommen andere Wege in Betracht – Handhabungssysteme, die Rohteile einlegen, statt Material durch die Spindel zu schieben. Der Überblick steht unter Materialzuführung an der Drehmaschine.
Häufige Fragen
Welche Drehmaschinen lassen sich mit einem Lademagazin automatisieren?
Grundvoraussetzung ist eine durchgehende Hohlspindel, durch die die Materialstange geschoben werden kann. Das trifft auf Kurz- und Langdrehautomaten sowie auf viele CNC-Drehmaschinen mit Stangenbearbeitung zu. Futtermaschinen ohne Spindeldurchlass scheiden aus.
Was bringt die Automatisierung konkret?
Die Maschine läuft über mehrere Stangen hinweg ohne Bedienereingriff. Das verlängert die mannlose Laufzeit, macht Nebenzeiten planbar und ist Voraussetzung für mehrmaschinige Bedienung. Der Nutzen steigt mit der Stückzahl und mit kurzen Taktzeiten.
Wie werden Drehmaschine und Lademagazin synchronisiert?
Über Signale zwischen Maschinen- und Magazinsteuerung. Die Maschine fordert Vorschub an, das Magazin meldet zurück, ob Material anliegt und ob die Stange zu Ende geht. Die konkrete Umsetzung hängt von der Steuerung ab und wird bei Nachrüstung mit dem Maschinenhersteller abgestimmt.