Welches Magazin für einen Kurzdreher passt, steht unter Lademagazin für Kurzdreher. Hier geht es um den laufenden Betrieb.
Zwei rotierende Abschnitte
Am Kurzdreher rotieren zwei Abschnitte derselben Stange unter sehr unterschiedlichen Bedingungen: der Überstand vor der Spannzange, frei und ungestützt, und der Rest im Führungskanal, geführt und gedämpft.
Beide begrenzen die Drehzahl – aber aus unterschiedlichen Gründen. Der Überstand ist eine Frage der Zerspanung und des Werkstücks; der Kanalabschnitt ist eine Frage der Führung. Bei Problemen lohnt es sich, beide getrennt zu betrachten.
Dämpfung im Führungskanal
Der Abschnitt im Kanal ist bei langen Stangen der weitaus größere Teil der Masse. Bei großen Durchmessern ist das erheblich – deshalb sind Magazine für diesen Bereich regelmäßig mit ölgefluteten Kanälen ausgeführt.
Im Betrieb heißt das: Ölstand und Ölzufuhr sind keine Wartungsnebensache. Ein sinkender Füllstand macht sich zuerst als langsam zunehmendes Geräusch bemerkbar, lange bevor er als Störung gemeldet wird. Mehr unter Ölflutung bei Lademagazinen.
Rüsten bei großen Durchmessern
Mit dem Durchmesser steigt das Gewicht der Führungseinsätze und damit der Aufwand beim Wechsel. Wo häufig zwischen Durchmessern gewechselt wird, zahlen sich werkzeugloser Einsatzwechsel oder eine über die Steuerung verstellbare Führungsgeometrie unmittelbar aus.
Die Reihenfolge beim Rüsten und die typischen Fehlerquellen stehen unter Stangenlader einstellen.
Überstand und Drehzahl
Je weiter die Stange aus der Spannzange ragt, desto niedriger liegt die Drehzahl, bei der sie noch ruhig läuft. Das ist eine Eigenschaft des Werkstücks und der Maschine – der Stangenlader kann sie nicht ausgleichen.
Was der Lader beeinflusst, ist der Abschnitt hinter der Spannzange. Ist die Führung dort in Ordnung, bleibt als Stellschraube nur der Überstand selbst: kürzere Zustellung, andere Bearbeitungsstrategie oder Abstützung durch die Maschine.
Typische Störungen
| Symptom | Zuerst prüfen | Danach |
|---|---|---|
| Rattermarken, besonders bei langem Überstand | Überstand und Zerspanparameter | Führungseinsatz und Ölstand |
| Geräusch aus dem Magazin | Ölzufuhr und Füllstand | Passung der Führungsschale, Verschleiß |
| Unruhe trotz passender Führungsschale | Durchmesser der Vorschubstange | Ausrichtung zur Spindelachse |
| Stange lässt sich nicht einfädeln | Anschnitt am Stangenende | Ausrichtung, Zustand des Reduzierrohrs |
Ausführlich unter Vibrationen beim Stangendrehen vermeiden.
Häufige Fragen
Wie schiebt der Stangenlader die Stange nach?
Über eine Vorschubstange, die von hinten in den Führungskanal fährt und mit einem Mitnehmer- oder Spannzangenkopf am Stangenende angreift. Sie schiebt die Materialstange im Takt der Maschine um die jeweils benötigte Länge vor. Siehe Vorschubstange.
Warum bleibt ein Reststück übrig?
Weil der Mitnehmerkopf die Stange nur bis vor die Spannzange schieben kann. Was dahinter liegt, lässt sich nicht mehr zustellen und wird ausgeschleust. Die Länge ergibt sich aus der Maschinengeometrie, nicht aus dem Magazin allein. Siehe Reststück.
Wie wird ein Stangenlader auf einen neuen Durchmesser umgerüstet?
Führungseinsätze und gegebenenfalls die Vorschubstange werden auf die neue Durchmesserklasse gewechselt, danach werden Vereinzelung und Vorschubwege angepasst. Manche Ausführungen stellen die Führungsgeometrie automatisch ein. Ablauf unter Stangenlader einstellen.
Was tun, wenn die Stange im Kanal schlägt?
Zuerst prüfen, ob der Führungseinsatz zum Stangendurchmesser passt – ein zu großer Spalt ist die häufigste Ursache. Danach Ölstand und Ölzufuhr, Geradheit und Rundlauf des Materials sowie die Drehzahl in Relation zur freien Länge. Siehe Vibrationen vermeiden.