Stangenlader

Stangenlader am Langdreher

Am Langdrehautomaten arbeitet der Stangenlader gegen eine bewegte Spindel. Diese Seite beschreibt, was das im laufenden Betrieb bedeutet.

Welches Magazin für einen Langdreher in Frage kommt, steht unter Lademagazin für Langdreher. Hier geht es um das, was danach kommt: den Betrieb.

Die Führungsbüchse verändert die Rollenverteilung

Beim Langdreher stützt eine Führungsbüchse das Material unmittelbar vor dem Werkzeug ab. Die freie Länge zwischen Abstützung und Zerspanstelle bleibt dadurch klein, unabhängig von der Werkstücklänge.

Für den Stangenlader heißt das: Er ist nicht für die Abstützung an der Zerspanstelle zuständig – die übernimmt die Maschine. Seine Aufgabe ist die Führung auf der langen Strecke dahinter und die saubere Übergabe an die bewegte Spindel.

Langdreher: der Spindelstock fährtZ-BewegungFührungsbüchseZerspanung dicht an der Führung, kurze freie LängeKurzdreher: das Werkzeug fährtSpannzangeZ-BewegungStange steht fest gespannt, freie Länge wächst mit dem Überstand
Beim Langdreher fährt der Spindelstock an der feststehenden Führungsbüchse vorbei.

Die kritische Strecke: Kanalende bis Spindel

Weil sich der Spindelstock in Z-Richtung bewegt, verändert sich der Abstand zwischen Kanalende und Spindeleintritt fortlaufend. Auf dieser wechselnden Strecke ist die Stange am wenigsten geführt.

Bauarten mit mitfahrendem Führungsmodul schließen diese Lücke: Das Modul bewegt sich mit dem Spindelstock und schließt unmittelbar an die Spindel an, sodass die Führung über den gesamten Verfahrweg durchgehend bleibt.

Kleine Durchmesser im Betrieb

Langdreher arbeiten überwiegend im kleinen Durchmesserbereich. Zwei Punkte fallen im Alltag auf:

  • Die Vereinzelung ist der empfindlichste Schritt. Dünne Stangen verhaken sich leicht; bei sehr kleinen Durchmessern arbeiten Magazine deshalb mit schrittweiser Vereinzelung.
  • Die Materialqualität wirkt stärker. Eine Abweichung von der Geradheit, die bei 40 mm folgenlos bliebe, ist bei 4 mm im Ergebnis sichtbar.

Stangenwechsel und Taktzeit

Kleine Durchmesser bedeuten meist kurze Werkstücke und hohe Stückzahlen. Eine Stange ist entsprechend schnell aufgebraucht, und die Zeit für den Stangenwechsel fällt anteilig stärker ins Gewicht als bei großen Durchmessern.

Entscheidend ist dabei die Rückfahrzeit der Vorschubstange und der Aufbau des Vorschubs: Bauarten mit einstufigem Vorschub kommen ohne Umgreifen aus und halten die Zeit zwischen zwei Stangen kurz.

Restlänge am Langdreher

Auch am Langdreher bleibt am Ende jeder Stange eine Länge übrig, die nicht mehr zugestellt werden kann. Ihre Größe ergibt sich aus der Geometrie von Spannzange und Führungsbüchse, nicht aus dem Magazin.

Wie sie entsteht und welche Stellschrauben es gibt, steht unter Reststück beim Lademagazin.

Typische Störungen

Prüfreihenfolge nach Häufigkeit der Ursache.
SymptomZuerst prüfenDanach
Geräusch, das über die Schicht zunimmtÖlstand und ÖlzufuhrVerschleiß der Führungsschale
Rattermarken am WerkstückFührungseinsatz zum Durchmesser passend?Geradheit des Materials, Zustand der Führungsbüchse
Zwei Stangen gleichzeitig freigegebenEinstellung der VereinzelungMaterialtoleranz, verbogene Stangen im Vorrat
Greiffehler am StangenendeAnschnitt: sauber und gratfrei?Verschleiß am Mitnehmerkopf

Ausführlich unter Vibrationen beim Stangendrehen vermeiden.

Häufige Fragen

Wie schiebt der Stangenlader die Stange nach?

Über eine Vorschubstange, die von hinten in den Führungskanal fährt und mit einem Mitnehmer- oder Spannzangenkopf am Stangenende angreift. Sie schiebt die Materialstange im Takt der Maschine um die jeweils benötigte Länge vor. Siehe Vorschubstange.

Warum bleibt ein Reststück übrig?

Weil der Mitnehmerkopf die Stange nur bis vor die Spannzange schieben kann. Was dahinter liegt, lässt sich nicht mehr zustellen und wird ausgeschleust. Die Länge ergibt sich aus der Maschinengeometrie, nicht aus dem Magazin allein. Siehe Reststück.

Wie wird ein Stangenlader auf einen neuen Durchmesser umgerüstet?

Führungseinsätze und gegebenenfalls die Vorschubstange werden auf die neue Durchmesserklasse gewechselt, danach werden Vereinzelung und Vorschubwege angepasst. Manche Ausführungen stellen die Führungsgeometrie automatisch ein. Ablauf unter Stangenlader einstellen.

Was tun, wenn die Stange im Kanal schlägt?

Zuerst prüfen, ob der Führungseinsatz zum Stangendurchmesser passt – ein zu großer Spalt ist die häufigste Ursache. Danach Ölstand und Ölzufuhr, Geradheit und Rundlauf des Materials sowie die Drehzahl in Relation zur freien Länge. Siehe Vibrationen vermeiden.