Die Kombination aus CNC-Drehmaschine und Lademagazin ist der Standardfall in der Stangenbearbeitung. Trotzdem ist nicht jede Drehmaschine dafür geeignet – und bei geeigneten Maschinen entscheidet die Feinabstimmung darüber, wie sauber die Anlage läuft.
Voraussetzung 1: durchgehende Hohlspindel
Die Materialstange wird von hinten durch die Hauptspindel geschoben. Ohne durchgehende Spindelbohrung ist Stangenbearbeitung nicht möglich – reine Futtermaschinen scheiden damit aus.
Der im Datenblatt genannte Spindeldurchlass ist dabei die obere Grenze, nicht der nutzbare Wert. Spannrohr und Spannzange verengen den freien Querschnitt zusätzlich. Wer nach Katalogwert auslegt, landet regelmäßig eine Durchmesserstufe zu hoch. Details unter Spindeldurchlass einer CNC-Drehmaschine.
Voraussetzung 2: Platz in Aufstellrichtung
Hinter der Maschine muss mindestens die Stangenlänge plus Vorschubweg zur Verfügung stehen, dazu Bedien- und Wartungsraum an der Beschickungsseite. Bei 3.200 mm Stangenlänge ist das ein anderer Flächenbedarf als bei einem Kurzstangenlader mit 1.400 mm.
Wo der Platz fehlt, ist der Kurzstangenlader die naheliegende Alternative – zum Preis häufigerer Stangenwechsel. Siehe Kurzstangenlader.
Voraussetzung 3: Schnittstelle in der Steuerung
Maschine und Magazin müssen Signale austauschen. Bei Neumaschinen ist das vorgesehen und meist ab Werk parametriert. Bei Bestandsmaschinen hängt es von Steuerung und Baujahr ab, welche Ein- und Ausgänge zur Verfügung stehen und ob sie frei belegt werden dürfen.
- Anforderung „Vorschub" von der Maschine an das Magazin.
- Rückmeldung „Material in Position" vom Magazin an die Maschine.
- Vorabmeldung „Stangenende", damit kein angeschnittenes Teil entsteht.
- Störungssignal in beide Richtungen.
Zusammenarbeit im Takt
Im laufenden Betrieb arbeiten beide Systeme eng verzahnt: Nach dem Abstechen öffnet die Spannzange, das Magazin stellt die nächste Länge zu, die Spannzange schließt, die Bearbeitung beginnt. Diese Sequenz wiederholt sich je Werkstück.
Die Zeit für die Zustellung geht dabei unmittelbar in die Taktzeit ein. Bei kurzen Werkstücken und hohen Stückzahlen ist das ein spürbarer Anteil – bei langen Zerspanzeiten fällt er kaum ins Gewicht.
Auswirkung auf die Zerspanung
Ein gut ausgelegtes Magazin ist an der Maschine nicht zu hören. Wird es hörbar, liegt das fast immer an der Führung: falscher Führungseinsatz, fehlendes Öl oder Material, dessen Geradheit nicht ausreicht. Die Ursachen in praktischer Prüfreihenfolge stehen unter Vibrationen beim Stangendrehen vermeiden.
Bestehende Maschine nachrüsten
Für vorhandene Maschinen gelten dieselben drei Voraussetzungen, nur wird zusätzlich der Ist-Zustand geprüft: Zustand der Spindelbohrung, vorhandene Reduzierrohre, Ausrichtmöglichkeit und Dokumentation der Steuerung. Der vollständige Prüfweg steht unter Lademagazin nachrüsten.
Häufige Fragen
Welche Drehmaschinen lassen sich mit einem Lademagazin automatisieren?
Grundvoraussetzung ist eine durchgehende Hohlspindel, durch die die Materialstange geschoben werden kann. Das trifft auf Kurz- und Langdrehautomaten sowie auf viele CNC-Drehmaschinen mit Stangenbearbeitung zu. Futtermaschinen ohne Spindeldurchlass scheiden aus.
Was bringt die Automatisierung konkret?
Die Maschine läuft über mehrere Stangen hinweg ohne Bedienereingriff. Das verlängert die mannlose Laufzeit, macht Nebenzeiten planbar und ist Voraussetzung für mehrmaschinige Bedienung. Der Nutzen steigt mit der Stückzahl und mit kurzen Taktzeiten.
Wie werden Drehmaschine und Lademagazin synchronisiert?
Über Signale zwischen Maschinen- und Magazinsteuerung. Die Maschine fordert Vorschub an, das Magazin meldet zurück, ob Material anliegt und ob die Stange zu Ende geht. Die konkrete Umsetzung hängt von der Steuerung ab und wird bei Nachrüstung mit dem Maschinenhersteller abgestimmt.