Der Langdrehautomat – auch Schweizer Bauart oder Kurvenautomat in seiner klassischen Form – zerspant unmittelbar hinter einer Führungsbüchse. Der Spindelstock schiebt das Material an dieser feststehenden Büchse vorbei ins Werkzeug.
Was den Langdreher auszeichnet
Beim Langdreher bewegt sich der Spindelstock in Z-Richtung. Die Zerspanstelle liegt dicht hinter der Führungsbüchse, sodass die freie Länge zwischen Führung und Werkzeug klein bleibt – unabhängig davon, wie lang das Werkstück wird.
Genau das ist der Grund für die Stärke dieser Bauart bei schlanken Teilen: Weil das Material praktisch an der Zerspanstelle abgestützt wird, lassen sich große Längen-Durchmesser-Verhältnisse fahren, die auf einem Kurzdreher nicht beherrschbar wären.
Folge für die Zuführung: durchgehende Führung
Weil sich der Spindelstock bewegt, ändert sich der Abstand zwischen Magazin und Spindel während der Bearbeitung fortlaufend. Die Materialstange muss trotzdem auf ihrer gesamten Länge geführt bleiben – auch in dem Bereich, der zwischen Kanalende und Spindeleintritt liegt.
Manche Bauarten lösen das mit einem Führungsmodul, das sich mit dem Spindelstock mitbewegt und unmittelbar an die Spindel anschließt. Die Stange bleibt dadurch über den gesamten Verfahrweg geführt, statt auf einer wechselnden freien Strecke zu rotieren.
Typischer Durchmesserbereich
Langdrehautomaten arbeiten überwiegend im kleinen und mittleren Durchmesserbereich. Entsprechend sind Magazine für Langdreher auf diesen Bereich ausgelegt – bis in den einstelligen Millimeterbereich und darunter.
Sehr dünnes Material stellt dabei zwei zusätzliche Anforderungen: Die Vereinzelung muss sicher trennen, ohne die Stangen zu verhaken, und die Führung muss enger toleriert sein, weil sich dünne Stangen leichter durchbiegen. Für den Bereich unter etwa vier Millimetern gibt es deshalb abgestufte Vereinzelungsprinzipien.
Stangenwechselzeit
Bei kleinen Durchmessern sind die Werkstücke meist kurz und die Stückzahlen hoch. Eine Stange ist entsprechend schnell verbraucht, und die Wechselzeit fällt anteilig stärker ins Gewicht als bei großen Durchmessern.
Deshalb ist für Langdreher-Magazine der Vorschubaufbau relevant: Bauarten mit einstufigem Vorschub kommen ohne Umgreifen aus und halten die Zeit zwischen zwei Stangen kurz.
Auswahl in der Praxis
- Spindeldurchlass und Führungsbüchsengröße der Maschine feststellen.
- Benötigten Durchmesserbereich festlegen – einschließlich der kleinsten vorkommenden Stange.
- Stangenlänge nach verfügbarem Platz und gewünschter Wechselhäufigkeit wählen.
- Prüfen, wie die Strecke zwischen Kanal und bewegter Spindel geführt wird.
- Schnittstelle zur Maschinensteuerung klären.
Passende Baureihen und ihre geprüften Daten stehen unter Lademagazine von FMB. Zur Abgrenzung siehe Lademagazin für Kurzdreher.