Kurzdrehautomaten – auch Futterautomaten oder Maschinen mit festem Spindelstock – sind die verbreitetste Bauart in der Stangenbearbeitung. Sie decken den Bereich ab, in dem der Langdreher an seine Durchmessergrenze kommt.
Das Verfahren
Der Spindelstock steht fest, die Z-Bewegung übernimmt das Werkzeug. Die Materialstange wird in der Spannzange gespannt und ragt um die Werkstücklänge zuzüglich Abstechzugabe heraus.
Anders als beim Langdreher gibt es keine Abstützung unmittelbar an der Zerspanstelle. Bei kurzen, gedrungenen Teilen ist das unproblematisch – bei längerem Überstand begrenzt es die Drehzahl.
Typischer Einsatzbereich
- Kurze bis mittellange Drehteile mit moderatem Längen-Durchmesser-Verhältnis.
- Mittlere und große Durchmesser, häufig im zweistelligen bis dreistelligen Millimeterbereich.
- Teile, die zusätzlich gebohrt, gefräst oder rückseitig bearbeitet werden.
- Serien mit gemischtem Teilespektrum bei gleichbleibendem Durchmesser.
Was die Zuführung hier leisten muss
Mit dem Durchmesser wächst die rotierende Masse im Führungskanal erheblich. Eine sechs Meter lange Stange mit großem Durchmesser ist ohne wirksame Dämpfung nicht bei hoher Drehzahl zu fahren.
Deshalb sind Magazine für diesen Bereich regelmäßig mit ölgefluteten Führungskanälen ausgeführt. Der Ölfilm zwischen Führungsschale und Stange dämpft, schmiert und führt Wärme ab. Siehe Ölflutung bei Lademagazinen.
Welche Anforderungen sich daraus für die Magazinauswahl ergeben, steht unter Lademagazin für Kurzdreher.
Überstand und Drehzahl
Der freie Überstand vor der Spannzange ist die Größe, die am Kurzdreher die Drehzahl begrenzt. Sie ist eine Eigenschaft von Werkstück und Maschine – ein Lademagazin kann sie nicht ausgleichen.
Was das Magazin beeinflusst, ist der Abschnitt hinter der Spannzange. Wenn Rattermarken auftreten, lohnt es sich deshalb, beide Bereiche getrennt zu prüfen. Vorgehen unter Vibrationen beim Stangendrehen vermeiden.
Rüstaufwand bei großen Durchmessern
Führungseinsätze werden mit dem Durchmesser schwerer, und der Wechsel dauert entsprechend länger. Wo häufig zwischen Durchmessern gewechselt wird, sind werkzeugloser Einsatzwechsel oder eine über die Steuerung verstellbare Führungsgeometrie ein spürbarer Zeitgewinn.
Die Rüstreihenfolge steht unter Stangenlader einstellen.
Abgrenzung zum Langdreher
Beide Bauarten ergänzen sich. Der Langdreher ist bei schlanken Präzisionsteilen im Vorteil, der Kurzdreher bei gedrungenen Teilen und größeren Durchmessern. Im Überschneidungsbereich entscheidet das konkrete Teilespektrum. Siehe Langdreher: Verfahren und Automatisierung.