Die Funktion lässt sich in vier Teilaufgaben zerlegen. Sie laufen nicht nacheinander ab, sondern greifen ineinander: Während die Stange bearbeitet wird, rotiert sie bereits im Kanal, und der Vorschub steht unter Anforderung der Maschinensteuerung.
Teilaufgabe 1: Vereinzeln
Aus dem Vorrat auf der geneigten Magazinauflage muss genau eine Stange in den Führungskanal gelangen. Ein Vereinzelungsorgan hält die nachfolgenden Stangen zurück und gibt die vorderste frei.
Der Vorgang ist bei mittleren und großen Durchmessern robust. Kritisch wird er bei dünnem Material, weil sich dünne Stangen leicht übereinanderschieben oder verhaken. Für sehr kleine Durchmesser gibt es deshalb abgestufte Vereinzelungsprinzipien, die das Material schrittweise statt in einem Zug freigeben.
Teilaufgabe 2: Führen
Sobald die Spindel dreht, rotiert die Materialstange über ihre gesamte Länge mit. Eine frei rotierende Stange von mehreren Metern Länge wäre nicht beherrschbar: Schon geringe Abweichungen von Geradheit und Rundlauf führen zu einer Unwucht, die mit steigender Drehzahl überproportional wirkt.
Der Führungskanal begrenzt deshalb die seitliche Bewegung der Stange. Entscheidend ist nicht der Kanal selbst, sondern die darin sitzende Führungsschale: Ihr Innendurchmesser muss zum Stangendurchmesser passen. Der verbleibende Spalt ist bewusst schmal – er nimmt den Ölfilm auf, nicht mehr. Details unter Wie funktioniert ein Führungskanal?
Teilaufgabe 3: Nachschieben
Die Vorschubstange fährt von hinten in den Kanal, greift das Stangenende und schiebt die Materialstange durch die Hauptspindel bis zur Bearbeitungsposition. Nach jedem Werkstück fordert die Maschinensteuerung die nächste Zustellung an; das Magazin stellt genau die benötigte Länge nach.
Der Kopf der Vorschubstange muss dabei zwei Dinge leisten: Er muss die Stange sicher greifen, und er muss die Rotation mitmachen, ohne die Führung zu stören. Mehr unter Vorschubstange beim Stangenlader.
Teilaufgabe 4: Ausschleusen
Sobald der Mitnehmerkopf die Spannzange erreicht, ist die Stange verbraucht: Weiter kann nicht zugestellt werden, ohne den Kopf in die Spannzange zu fahren. Die verbleibende Länge wird ausgeschleust, die Vorschubstange fährt zurück, und die Vereinzelung gibt die nächste Stange frei.
Warum dabei zwangsläufig ein Reststück entsteht und wovon seine Länge abhängt, steht unter Reststück beim Lademagazin.
Zusammenspiel mit der Maschinensteuerung
Das Magazin arbeitet nicht autonom. Es wartet auf Freigabe, meldet zurück, ob Material anliegt, und kündigt das Stangenende rechtzeitig an, damit die Maschine den Zyklus sauber beenden kann. Ohne diese Rückmeldung würde die Maschine ins Leere zerspanen.
- Freigabe zum Vorschub – die Maschine fordert die nächste Zustellung an.
- Rückmeldung „Material vorhanden" – Voraussetzung für den Start des nächsten Werkstücks.
- Meldung „Stangenende" – rechtzeitig, damit kein angeschnittenes Teil entsteht.
- Störungssignal – hält die Maschine an, statt Ausschuss zu produzieren.
Was die Funktion im Betrieb begrenzt
Drei Größen begrenzen, was die Zuführung tatsächlich leisten kann: der freie Querschnitt der Maschine, die Passung zwischen Führungsschale und Stangendurchmesser, und die Qualität des Materials. Alle drei liegen außerhalb dessen, was das Magazin selbst ausgleichen kann.
Häufige Fragen
Wie schiebt der Stangenlader die Stange nach?
Über eine Vorschubstange, die von hinten in den Führungskanal fährt und mit einem Mitnehmer- oder Spannzangenkopf am Stangenende angreift. Sie schiebt die Materialstange im Takt der Maschine um die jeweils benötigte Länge vor. Siehe Vorschubstange.
Warum bleibt ein Reststück übrig?
Weil der Mitnehmerkopf die Stange nur bis vor die Spannzange schieben kann. Was dahinter liegt, lässt sich nicht mehr zustellen und wird ausgeschleust. Die Länge ergibt sich aus der Maschinengeometrie, nicht aus dem Magazin allein. Siehe Reststück.
Wie wird ein Stangenlader auf einen neuen Durchmesser umgerüstet?
Führungseinsätze und gegebenenfalls die Vorschubstange werden auf die neue Durchmesserklasse gewechselt, danach werden Vereinzelung und Vorschubwege angepasst. Manche Ausführungen stellen die Führungsgeometrie automatisch ein. Ablauf unter Stangenlader einstellen.
Was tun, wenn die Stange im Kanal schlägt?
Zuerst prüfen, ob der Führungseinsatz zum Stangendurchmesser passt – ein zu großer Spalt ist die häufigste Ursache. Danach Ölstand und Ölzufuhr, Geradheit und Rundlauf des Materials sowie die Drehzahl in Relation zur freien Länge. Siehe Vibrationen vermeiden.