Lademagazin

Stangendurchmesser beim Lademagazin

Der mögliche Stangendurchmesser wird nicht vom Magazin allein bestimmt. Vier Grenzen wirken gleichzeitig – und die engste gewinnt.

Die Frage „welcher Durchmesser geht?" wird oft am Magazin gestellt, entschieden wird sie aber überwiegend an der Maschine. Wer die Reihenfolge kennt, spart sich Fehlauslegungen.

Die vier Grenzen

Die vier Grenzen wirken gleichzeitig. Maßgeblich ist immer die engste.
GrenzeWodurch bestimmtWirkung
SpindeldurchlassBohrung der Hauptspindelharte Obergrenze der Maschine
SpannmittelSpannrohr, Spannzange, Reduzierrohrverengt den nutzbaren Querschnitt weiter
Führungseinsatzverfügbare Schalen des Magazinsbestimmt, ob der Durchmesser sauber geführt wird
VorschubstangeDurchmesser der Schubstangemuss zur Durchmesserklasse passen

Grenze 1: Spindeldurchlass

Der Spindeldurchlass steht im Maschinendatenblatt und beschreibt die Bohrung der Hauptspindel. Er ist die obere Grenze – aber nicht der Wert, mit dem gerechnet wird.

Blick in die SpindelSpindeldurchlassStangendurchmesserLängsschnittSpannrohr und Spannzange können den nutzbarenQuerschnitt weiter einschränken.
Der nutzbare Querschnitt liegt unter dem genannten Spindeldurchlass.

Ausführlich unter Spindeldurchlass einer CNC-Drehmaschine.

Grenze 2: Spannmittel

Spannrohr und Spannzange liegen innerhalb der Spindelbohrung und verengen den freien Querschnitt. Je nach Ausführung kommen Reduzierrohre hinzu, die auf einen bestimmten Durchmesserbereich abgestimmt sind.

Der praktisch nutzbare Durchmesser liegt deshalb regelmäßig unter dem Katalogwert des Spindeldurchlasses. Wie weit, hängt von der konkreten Ausrüstung der Maschine ab – hier hilft nur die Maschinendokumentation oder eine Messung.

Vorsicht bei Profilmaterial: Bei Sechskant- oder Vierkantmaterial ist nicht die Schlüsselweite maßgeblich, sondern das umschriebene Maß über Ecke. Es entscheidet, ob das Material durch den freien Querschnitt passt.

Grenze 3: Führungseinsatz

Der Durchmesserbereich eines Magazins wird über wechselbare Führungsschalen abgedeckt. Für jeden Durchmesser gibt es eine passende Schale; der verbleibende Spalt ist bewusst klein.

Damit ist die Frage nicht nur, ob der Durchmesser im Bereich des Magazins liegt, sondern ob eine passende Schale vorhanden ist. Wer eine Zwischengröße mit dem nächstgrößeren Einsatz fährt, handelt sich einen zu großen Spalt und damit unruhigen Lauf ein.

Spalt passend zum DurchmesserStange läuft geführt und ruhigSpalt zu großStange schlägt, Drehzahl muss zurück
Links passender Spalt, rechts ein zu großer: die Stange läuft im Kanal um.

Grenze 4: Vorschubstange

Die Vorschubstange gehört zur Durchmesserklasse dazu. Sie läuft selbst im Führungskanal und muss deshalb ebenfalls zur Schale passen. Beim Wechsel in eine andere Durchmesserklasse ist sie mit zu betrachten. Mehr unter Vorschubstange beim Stangenlader.

Vorgehen bei der Auslegung

  1. Nutzbaren freien Querschnitt der Maschine ermitteln – mit eingebautem Spannmittel, nicht nach Katalog.
  2. Größten und kleinsten tatsächlich vorkommenden Stangendurchmesser festhalten. Auch Ausnahmen notieren.
  3. Prüfen, ob ein Magazin diesen Bereich abdeckt und welche Führungseinsätze dafür nötig sind.
  4. Klären, wie oft zwischen Durchmessern gewechselt wird – daraus ergibt sich, ob werkzeugloser Wechsel oder automatische Anpassung sinnvoll ist.
  5. Materialform prüfen: Rund, Sechskant oder Vierkant stellen unterschiedliche Anforderungen an die Führung.

Durchmesserbereiche in der Praxis

Marktübliche Magazine decken den Bereich von unter einem Millimeter bis über hundert Millimeter ab – allerdings nicht ein einzelnes Gerät. Die Bereiche sind auf Baugrößen aufgeteilt, die sich überlappen.

Welche Baugröße welchen Bereich abdeckt, lässt sich am konkreten Beispiel nachvollziehen: Unter Lademagazine von FMB sind die veröffentlichten Durchmesser- und Längenbereiche mit Quelle und Prüfdatum aufgeführt.

Häufige Fragen

Woraus besteht ein Lademagazin?

Aus der Stangenbevorratung, einer Vereinzelung, dem Führungskanal mit wechselbaren Führungseinsätzen, der Vorschubstange mit Mitnehmer- oder Spannzangenkopf, dem Antrieb, der Steuerung und der Schnittstelle zur Drehmaschine. Der Aufbau ist im Detail beschrieben.

Wie viele Stangen fasst ein Lademagazin?

Das hängt von Baugröße, Stangendurchmesser und Stangenlänge ab. Die Kapazität wird meist als Breite der Magazinauflage angegeben; wie viele Stangen darauf liegen, ergibt sich aus deren Durchmesser. Belastbare Werte nennt nur das Datenblatt der jeweiligen Baugröße.

Braucht ein Lademagazin eine eigene Steuerung?

Es bringt eine eigene Steuerung mit, arbeitet aber im Verbund mit der Drehmaschine. Ausgetauscht werden Signale wie Freigabe zum Vorschub, Stangenende, Materialende und Störung. Wie diese Kopplung aussieht, hängt von Maschinensteuerung und Baujahr ab.

Wofür ist die Ölflutung im Führungskanal gut?

Der Ölfilm zwischen Führungsschale und rotierender Stange dämpft, schmiert und führt Wärme ab. Das reduziert Geräusch und Schwingung und ist die Voraussetzung dafür, dass höhere Drehzahlen überhaupt sinnvoll fahrbar sind. Mehr unter Ölflutung bei Lademagazinen.

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