Der Kurzstangenlader ist keine abgespeckte Variante des Langstangenmagazins, sondern eine eigene Antwort auf eine andere Randbedingung: begrenzter Platz, große Durchmesser oder wechselnde kleine Lose.
Typische Stangenlängen
Marktübliche Stufen liegen bei etwa 1.100, 1.400 und 1.600 mm. Das Material wird entweder in dieser Länge bezogen oder im Haus abgelängt.
Konkrete Längen einzelner Baureihen mit Quelle und Prüfdatum stehen unter Lademagazine von FMB.
Wann die kompakte Bauform passt
- Der Platz hinter der Maschine reicht für ein Langstangenmagazin nicht aus.
- Es werden große Durchmesser gefahren, bei denen lange Stangen schwer zu handhaben wären.
- Die Lose sind klein und wechseln häufig – lange Stangen würden ohnehin nicht aufgebraucht.
- Es wird Profilmaterial oder Restmaterial verarbeitet, das nicht in Handelslängen vorliegt.
Was die kürzere Stange kostet
- Häufigere Stangenwechsel: Der Anteil der Wechselzeit an der Gesamtzeit steigt.
- Höherer Reststückanteil: Die nicht nutzbare Restlänge ist von der Maschinengeometrie bestimmt und bei kurzer Stange anteilig größer.
- Kürzere mannlose Laufzeit, sofern die Magazinkapazität nicht entsprechend ausgelegt ist.
- Gegebenenfalls Ablängen im Haus als zusätzlicher Arbeitsgang.
Wie die Restlänge entsteht und wovon sie abhängt, steht unter Reststück beim Lademagazin.
Gegenüberstellung
| Kriterium | Kurzstangenlader | Langstangenlader |
|---|---|---|
| Stangenlänge | 1.100 – 1.600 mm | 2.200 – 6.200 mm |
| Platzbedarf hinter der Maschine | gering | hoch |
| Stangenwechsel je Schicht | häufig | selten |
| Reststückanteil je Stange | höher | niedriger |
| Handhabung des Materials | ohne Hilfsmittel möglich | bei großen Durchmessern Hilfsmittel nötig |
| Typische Anwendung | kleine Lose, große Durchmesser, enge Aufstellung | Serienfertigung, mannlose Schichten |
Rüsten bei großen Durchmessern
Weil Kurzstangenlader häufig im großen Durchmesserbereich eingesetzt werden, ist das Rüstkonzept besonders relevant: Führungseinsätze werden mit dem Durchmesser schwerer. Manche Bauarten verstellen die Führungsgeometrie servoelektrisch über ein Bedienpanel, sodass mechanisches Umrüsten entfällt.
Das lohnt sich vor allem dort, wo häufig zwischen Durchmessern gewechselt wird – also genau in dem Einsatzfall, für den der Kurzstangenlader typischerweise gewählt wird.